Selbsterstellte Videos

Spezial-Thema: Erklär-Videos

Video-Podcasts | Wer für die eigenen Schüler selbsterstellte Erklär-Filmchen anbieten möchte, kann dies mit überschaubarem Aufwand in die Tat umsetzen. Da Video-Dateien riesige Datenmengen beanspruchen, steht es verständlicherweise leider nicht zur Debatte, solche Medien auf unserem Webspace abzulegen. Das muss aber auch nicht sein.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=pzgL-BlYK5U

Beispiel | Obiges Video wurde einfach mit dem Smartphone gefilmt und anschließend auf YouTube hochgeladen. Hierzu ist lediglich ein kostenloser Account bei YouTube (Google) vonnöten. Der Vorteil besteht darin, dass beim Upload vom eigenen Rechner auf die Google-Server zum einen kein Speicherplatz vom eigenen Webserver verbraucht wird und sämtliche Formatierungen und Aufbereitungen seitens Google erfolgen und damit kein zusätzliches technisches KnowHow zu Video-Formaten benötigt wird. Der Clou: Man kann für jedes Video entscheiden, ob es per YouTube-Suche gelistet werden soll oder nicht. Kennzeichnet man das Video ausdrücklich als Inhalt für Kinder, so entfällt sogar die lästige Einblendung von Werbung. Das obige Beispiel wird selbst bei wortgetreuer Eingabe des Titels nicht als Suchergebnis angezeigt. Stattdessen muss man die exakte kryptische URL (siehe Quellenangabe oben) wissen, um es hier einbetten zu können. Um ein solches selbst erstelltes Video beispielsweise der eigenen Klasse exklusiv anzubieten, erstellt man einen neuen Beitrag, bettet dort (wie in unseren Tutorials beschrieben) das YouTube-Video ein und wählt schließlich vor der Veröffentlichung bei Sichtbarkeit den Passwortschutz. Die Zielgruppe muss nun nur noch (per Mail) über das erforderliche Kennwort in Kenntnis gesetzt werden.

Wissenswertes | Die Vorbereitungen, um mal schnell zum YouTuber zu werden, dürfen keinesfalls blauäugig unterschätzt werden, weil sonst schnell die gut gemeinte Idee zu Enttäuschungen führen kann. Für qualitativ gelungene Videos ist eine geeignete technische Ausstattung ratsam. Doch damit ist es bei Weitem nicht getan, wie die weiteren Ausführungen zeigen werden. Die Komplexität der Thematik soll jedoch keinesfalls abschrecken, sondern lediglich realistische Erwartungen bewirken.

Überlegungen: Vorbereitung und Aufnahme

Teamarbeit | Der praktische Erfahrungsschatz des gesamten Kollegiums sollte unbedingt bei nachfolgenden Überlegungen als Richtschnur einbezogen werden. Generell bietet es sich an, Video-Podcasts im Team zu erstellen. Man tauscht sich permanent aus, gibt sich gegenseitig Tipps, unterstützt sich vor, während und nach dem Dreh, gibt Feedback und bringt konstruktive Vorschläge wie auch besagte Erfahrungen aktiv in den Produktionsprozess mit ein. Der Zugewinn an methodischen und technischen Kompetenzen für alle Beteiligten ist von unschätzbarem Wert.

Zielgruppenorientierung | Lehrkräfte kennen ihre Pappenheimer recht gut und wissen daher, mit welchen Formulierungen und Erläuterungen sie den jeweiligen Unterrichtsstoff vermitteln können. Verständlichkeit in klarer, deutlicher Sprache steht im Zentrum der Absichtserklärung eines Video-Podcasts. Da es naturgemäß keine Nachfragen wie im Unterricht geben kann, ist es umso wichtiger, sich von vorne herein in die Schülerköpfe hineinzudenken und aus deren Sicht den für gewöhnlich vollkommen neuen Unterrichtsgegenstand zu betrachten.

Inhalt | Bei einem Podcast geht es im Vergleich zum realen Unterricht weniger um Flexibilität, um auf Zwischenfragen oder Unterrichtsstörungen reagieren zu können. Eine höhere Bedeutung kommt der konzeptionellen Aufbereitung der Inhalte zu. Je besser ein Clip vorbereitet ist, desto weniger Nacharbeit hat man damit im Nachhinein! Versprecher sowie das eine oder andere „Ähm“ lassen sich mit geeigneter Video-Schnittsoftware zwar herausschneiden, doch im Gegensatz zur einfacheren Arbeit bei Audio-Podcasts bleibt bei bewegten Bildern das Problem, dass mit jedem Schnitt ein mehr oder weniger bemerkbarer Sprung im Video entsteht.

Auf den Punkt | Einer der wichtigsten Grundsätze für Erklär-Videos lautet: „In der Kürze liegt die Würze!“ Ziel muss es immer sein, in möglichst kompakter Art und Weise die gewünschten Inhalte zu präsentieren.

Überlegungen: Einsatz von Technik

Bild | Smartphones zur Video-Aufzeichnung zu verwenden ist dank der mittlerweile erstaunlichen Qualität der Geräte durchaus möglich, wenngleich spezielle Kameras sicher noch mehr aus dem Bild herausholen können. Empfehlenswert ist in jedem Fall ein geeignetes Stativ, um ein stabiles Bild zu gewährleisten. Idealerweise werden die Rollen vor und hinter der Kamera auf mehrere Personen verteilt. An geeigneter Stelle sollte sich das Kamerabild zwischendurch – aber bitte nicht zu häufig – ändern, indem sich verschiedene Perspektiven und Zoomgrößen zielorientiert abwechseln (z. B. Nahaufnahme bei Versuchen oder Totale beim Tafelbild).

ScreenCorder | Sollen übrigens Bildschirminhalte als Video aufgezeichnet werden, so gibt es spezielle (kostenlose und kommerzielle) Software, welche die Bildschirminhalte samt Ton (z. B. über das Mikrofon des Rechners) aufnimmt.

Ton | Das tollste Video wird unbrauchbar, wenn die Ton-Qualität nicht stimmt. Hierzu sind unbedingt zahlreiche Tests erforderlich, mithilfe derer man den richtigen Abstand bzw. die passende Lautstärke ermitteln kann. Insbesondere wenn sich die Ton-Quelle – in der Regel also der Sprecher – bewegt, kann es rasch aufgrund der unterschliedlichen Perspektiven, aus welcher die Schallwellen zum Tonabnehmer (Micro) gelangen, zu erheblichen Einbußen kommen. Externe Mikrofone oder gar Ansteck-Versionen für den Kragen oder ein Head-Set können diesen Defiziten erfolgreich entgegenwirken. Gesprochene Inhalte sollten stets klar, ausreichend laut, deutlich und nicht zu schnell an den Zuhörer gelangen. Das Gehirn benötigt ausreichend lange Pausen, um das Neue verarbeiten und speichern zu können.

Licht | Generell und im Speziellen für Erklär-Videos spielt die richtige Beleuchtung eine herausragende Rolle. Wenn nicht gerade aus künstlerischen Überlegungen wie im obigen Beispiel-Video beabsichtigt (und sogar mittels Nachbearbeitung noch verstärkt), so gilt eine möglichst helle Ausleuchtung der Umgebung mit Streulicht als Mittel der Wahl. Ungeeignet sind punktuelle Lichtquellen, welche einen starken Schattenwurf zur Folge haben. Aufnahmen einer Person etwa vor einem hellen Fenster können wie bei Fotos auch regelrecht zum Schattenspiel verkommen, wo Bilddetails teilweise oder gänzlich verloren gehen.

Umgebung | Der komplette sichtbare Bereich eines Videos sollte penibelst überprüft werden. Auch wenn man als Urheber eines Video-Podcasts in erster Linie sein Hauptaugenmerk auf den Inhalt konzentriert, wirken zahllose weitere Elemente bewusst oder unbewusst auf den Betrachter des Filmes. Überlegungen sollten sich mit dem eigenen Erscheinungsbild befassen (Kleidung von Kopf bis Fuß, Frisur, Fingernägel, Schmuck, Dialekt/Sprache, Gestik/Mimik,…), um unerwünschten Ablenkungen so gut es geht von vornherein entgegenzuwirken. „Achtung Aufnahme!“ – Mit einem solchen Schild und auffallenden Barrikaden vor dem geschlossenen Aufnahme-Studio (Klassenzimmer) lassen sich hoffentlich hereinplatzende Unterbrechungen in den Griff bekommen. Es versteht sich von selbst, dass Geräuschkulissen wie Radio, Handy-Klingeln, Lärm von draußen bei geöffnetem Fenster, Gespräche anderer Leute usw. zu eliminieren sind.

Nachbereitung | Ist das Rohmaterial im Kasten (sprich als Video auf dem Handy), so geht es an die Postproduktion. In sehr engem Rahmen besteht sogar die Möglichkeit, auf dem Handy selbst die Nachbearbeitung des Videos vorzunehmen. Schon allein aufgrund der viel besseren Übersichtlichkeit auf einem Rechner dürfte selbiger besser für diese Zwecke geeignet sein. Auch für diese Aufgaben gibt es mehr oder weniger professionelle Programme zum kostenlosen Download oder gegen Geld. Während es für Einsteiger ausreichend sein sollte, die ersten Erfahrungen mit Gratis-Software wie OBS Studio zu sammeln, gibt es für regelmäßig geplante Nutzung professionelle kostenpflichtige Werkzeuge auf dem Markt. Feinarbeiten wie beispielsweise das Ergänzen eines geeigneten Vor- und Abspanns mit lizenzfreier (!) Hintergrundmusik, ansprechend gestaltetem Titelbild, Untertitel und Schriftzüge eröffnen eine eigene spannende Welt schier unbeschränkter Möglichkeiten für die eigene Kreativität…